Zur Instrumentalisierung von Musik in national geführten Diskursen

Jarochna Dąbrowska-Burkhardt

Abstract


In zahlreichen Kulturen lassen sich enge Verknüpfungen zwischen Musik und Politik feststellen, denke man nur an bedeutsame Musikstücke wie Nationalhymnen, Partisanen- bzw. Freiheitslieder, kirchliche Gesänge, militärische Marschmusik, aber auch Evergreens, Schlager und Melodien, denen in bestimmten Sprachgemeinschaften unter besonderen Bedingungen eine bemerkenswerte Rolle zukommt. Musik stiftet Identität und kann Menschen mobilisieren. Sie ist somit ein geeignetes Werkzeug für den Widerstand oder auch die Rebellion. Darüber hinaus kann Musik stabilisieren und staatstragend sein, wenn sie eine stützende Funktion bei der Sicherung der bestehenden Staatsordnung erfüllt.Im folgenden Beitrag soll aufgezeigt werden, auf welche Weise Musik in den national geführten Diskursen instrumentalisiert werden kann. Anhand des gegenwärtigen Sprachgebrauchs in Europa wird präsentiert, welche Rolle bei der Besprechung der transnationalen Themen gerade kulturwissenschaftlich-anthropologische Perspektiven und kognitiv-semiotische Ressourcen spielen. Die Verbindung von verschiedenen Zeichenarten zeigt, dass sie interagieren, sich ergänzen bzw. auch partiell ersetzen können. Der Beitrag ist kulturanalytisch und politolinguistisch angelegt. Analysiert wird ein Ausschnitt des transnational geführten Diskurses über die Zukunft Europas um aufzuzeigen, wie mit Musik Politik gemacht wird und welche Rolle Musik als Medium der Erinnerung im politischen Diskurs spielen kann.

Keywords


Politolinguistik, Diskursanalyse, Multimodalität, Musiksemiotik, Kulturlinguistik

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ISSN: 2000-3560